Die Lage im Kopf von Hans-Peter Klöber

Liebe Leser.

Vor einigen Wochen habe ich Hans-Peter Klöber auf einer Fachtagung des Vereins “Interregionale Freunde der deutschen Grützwurst e.V.” kennengelernt. In Zusammenarbeit mit mir wird er von nun an in unregelmäßigen Abständen auf meinem Blog seine Gedanken, Rezeptvorschläge und tiefschürfenden Einsichten publizieren. Ich freue mich mit ihm einen tatkräftigen Mitstreiter für dieses Internetprojekt gefunden zu haben.

[Anm. von ataiTEA: Hier ein Bild von Herrn Klöber im Portugalurlaub, 
lässig an die Säule der Catedral Sé Patriarcal gelehnt]

Alternativlose Eintöpfe mit Assam Tee

Heute Mittag gab es Graupensuppe, das ist ein klassisches Eintopfgericht, das am nächsten Tag aufgewärmt nochmal so gut schmeckt. Über Graupensuppe fange ich immer leicht an zu philosophieren. Deswegen trinke ich zu einer guten, selbstgemachten Graupensuppe auch meist einen kräftig malzigen Assam Tee. Der Tee harmoniert auf der Zunge immer sehr gut mit dem kräftigen Bauchspeck in der Graupensuppe und neutralisiert auf etwas brachiale Weise das sich penetrant aufdrängende zwieblige Aroma das eine Graupensuppe wegen der zwei großen Zwiebeln und der ganzen Stange Lauch so von Hause aus mit sich bringt. Tee ist generell ein guter Begleiter zu Speisen. Nicht so amourös aufdringlich wie Wein, nicht so derbe dreist wie Bier aber auch nicht so langweilig und geschmacklos wie Wasser. Ein kräftiger Assam hat, wenn man seine natürliche Ziehzeit von ca. 3 Minuten leicht auf ca. 8-10 Minuten steigert, beispielsweise die gleichen hoch geschätzten Eigenschaften wie Kaffee. Er wird bräunlich dunkel, bildet einen leichten Film an der Oberfläche der entfernt an auslaufendes Rohöl erinnert und erhält einen charakteristisch bitteren Geschmack der praktisch nur mit Milch und Zucker zu ertragen ist. Außerdem hilft Tee beim philosophieren, denn er dampft und alles was dampft, hilft dem Menschen beim philosophieren. Vermutlich spiegelt der Dampf perfekt das menschliche Denken wieder, so formlos, nicht greifbar und blass wie er nun einmal ist dieser Dampf. Das man Assam Tees am besten auch mit kochendem Wasser aufgießt unterstützt das Gedampfe natürlich sehr. Viele Grüntees halten ja nichts mehr aus heutzutage und werden sofort bitter böse wenn man sie mal mit kochendem Wasser in Kontakt bringt. Der Assam ist da einfach gradliniger, der bittert sofort los und das gehört bei ihm auch zum guten Ton.

Ich sitze jedenfalls gerne mit einem tiefen Teller Graupensuppe und einer Tasse Assam am Küchenfenster und denke über die Welt nach und über mich und darüber, wie diese zwei scheinbar völlig gegensätzlichen Dinge vielleicht doch zusammenpassen könnten. Allerdings muss ich zugeben, ich mache das jetzt schon eine sehr lange Zeit, fast zwei Wochen lang und so etwas richtig produktives ist dabei noch nicht heraus gekommen. Ich habe mir schon überlegt ob es an dem Stift liegen könnte den ich benutze. Es ist ein Kugelschreiber den ich einmal beim Tag der offenen Tür in einer Psychiatrischen Klinik geschenkt bekommen habe. So ein Blauer, mit dem Namen der Klinik und einem Logo in weißer Schrift. Ich glaube das ist ein Problem. Ich glaube mit industriell gefertigten Gratiskugelschreibern bringt man es nicht weit als ernstzunehmender freischaffender Schriftsteller, da hilft auch keine Graupensuppe und kein Tee. Meine Mutter sagt immer, man muss für Qualität auch einen höheren Preis bezahlen. Vielleicht sollte ich also für die Qualität meiner schriftlichen Beiträge auch einen höheren Betrag investieren. Höher als gratis, das kann ja eigentlich nicht allzu teuer werden. Und von den großen Schriftstellern unserer Zeit schreibt bestimmt keiner mit einem Gratiskugelschreiber. Während ich also träumerisch an einem Lorbeerblatt lutsche das ich eben aus der Graupensuppe gefischt habe mache ich mir eine kurze Notiz: „Teuren Kugelschreiber kaufen. ca. 2,50€“. Das empfinde ich persönlich als durchaus vertretbare Investition für einen Einsteiger in die Weltliteratur wie mich.

Nochmal zurück zur Graupensuppe. Das ist ein weithin unterschätztes Rezept und immer wenn ich über Graupensuppe philosophiere erkenne ich mich auch als Mensch in ihr wieder. Sie ist ein bisschen so etwas wie ein Spiegel meiner Persönlichkeit. Schließlich bin ich ein weithin unterschätztes schriftstellerisches Talent. Außerdem heißt die Graupensuppe Graupensuppe obwohl sie ja eigentlich ein Eintopf ist. Letztendlich ist die Graupensuppe also ein in sich zutiefst verunsichertes Gericht und nicht in der Lage sich innerhalb der Bevölkerung klar zu positionieren. Da geht es ihr also irgendwie auch wie mir. Und wie den beiden großen Volksparteien in Deutschland. Zu guter Letzt hat die Graupensuppe einen Namen den man nicht unmittelbar mit Genuss oder kulinarischer Lebensfreude in Verbindung bringen würde. Und frisch im Teller angerichtet erinnert sie stark an Erbrochenes. Es gibt Menschen die mir Ähnliches auch schon nachgesagt haben. Ich persönlich stehe aber zur Graupensuppe, für mich gibt es keine befriedigende Eintopfalternative mit soviel persönlichem Wiedererkennungswert.

Anmerkungen:

Ein tolles Rezept für einen wunderbaren Graupensuppeneintopf bekommen Sie hier:

Zutaten:

- 200 Gramm Graupen

- 1 Stange Lauch

- 1/4 Knollensellerie

- 2 Möhren

- 1 Kartoffel

- 2 Zwiebeln

- 1 Knoblauchzehe

- 100 Gramm Bauchfleisch

- 1 Lorbeerblatt

- 2 Liter Rinderbrühe

- 1 Bund glatte Petersilie

Salz, Pfeffer und Öl

So, wenn sie das jetzt alles so eingekauft haben denn machen síe folgendes:

- Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffel und Sellerie waschen, schälen und in Würfel schneiden. Möhren und Lauch auch waschen, aber in Scheiben schneiden, also nicht in Würfel, wissen sie.

- Den Bauchspeck in feine Streifen schneiden, den Knorpel raus falls da welcher ist und dann Öl in einer Pfanne heiß machen. Ich nehm gerne Rapsöl, aber das ist nicht so entscheidend glaube ich. Ich find nur Rapsfelder immer so schön und deswegen nehme ich Rapsöl. Man kocht ja auch im Kopf wissen sie.

- Den geschnittenen Bauchspeck im Öl anbraten, Zwiebeln und Knoblauch dazu und glasig werden lassen. Also die Zwiebeln, nicht den Bauchspeck. Dann das ganze Gemüse mit rein, kurz andünsten lassen und dann großzügig mit den 2 Litern Rinderbrühe ablöschen. Die Graupen mit rein, das Lorbeerblatt auch. Zwischendurch kann der eigene Durst auch schon mal mit einem Tässchen Tee gelöscht werden, aber dazu gleich mehr.

- Alles einmal gehörig aufkochen, dann die Hitze runterstellen und gemütlich eine Stunde bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen.

- Am Ende beim anrichten das Salz und reichlich Pfeffer drauf und mit reichlich geschnibbelter Petersilie garnieren damit das ganze nicht aussieht wie Moppelkotze.

Der Tee:

Einen guten Assam Schwarztee bekommen Sie sicherlich bei einem gut sortierten Teefachhändler ihres Vertrauens.

Grundmerkmale eines Schwarztees sind ein dunkles offenes Blatt oder kleine dunkle Kügelchen die früher einmal Blätter waren und eine dunkle, braune, zum Teil rötliche Tassenfarbe. Damit ist die Farbe des Tees in der Tasse gemeint, nicht die Tasse selber.

Einen tollen Assam Schwarztee in BIO-Qualität gibt es zum Beispiel von PureTea:

Guten Hunger und vielleicht regt Sie dieses Gericht ja ebenfalls ein wenig zum philosophieren an.


Gastbeiträge

“Als Teefreund kennt man die Ziehzeit.” Ein wundervoller Satz, denn er ist enorm kryptisch. Der gemeine Teefreund ist ja jedem bekannt, aber es gibt da eben noch diese Gruppe auf dem großen sozialen Netzwerk Facebook die sich ebenso nennt. Und die Ziehzeit, ja natürlich, die zumeist 1 bis 3 Minuten die zwischen ihnen und dem grenzenlosen Teegenuß stehen. Aber da ist ja auch noch das Magazin und der Blog “Ziehzeit”, von Bert Boege geleitet und regelmäßig gefüttert mit spannenden Infos und Geschichten zum Tee.

“Als Teefreund kennt man die Ziehzeit.”, jaja. Und es hat auch einen Grund warum ich darauf gerade jetzt so penetrant rumreite.

Herr Bert Boege hat mit mir zusammen auf seinem Blog Ziehzeit nämlich einen Artikel veröffentlich. Der Text stammt von mir, die Illustrierung und Lektorierung aus den erfahrenen Händen von Bert Boege. Der Artikel ist Teil einer Serie mit dem griffigen Titel “Mein Lieblingstee” und stellt Teetrinker und Teefreunde vor die schwere, fast schon unerhörte Wahl sich einen ganz besonderen Favoriten unter den zahlreichen Tees aussuchen zu müssen. Da dieser Vorgang beim gemeinen Teeliebhaber meist schon zu schweren Verklemmungen führt wird diese Serie sicherlich eine ganz lustige Sache.

Bert Boeges Blog bietet aber auch neben der neuen Serie viele Möglichkeiten zur teeorientierten Unterhaltung. Ganz besonders kann ich ihnen die Bloglabels “Ziehzeit surft…” und “Über den Tellerrand” ans Herz legen. Außerdem lohnt sich ein Blick ins Label “Events”, denn Bert Boege veranstaltet Tee Events und kennt sich mit der Materie aus.

Jetzt fehlt ihnen ja quasi nur noch der Link, richtig?


teeSchnack aus der teeKüche – September

…heute mit 98% weniger Tee und 70% weniger Witz.

 

Liebe Teefreunde,

Es lebt! Der Blog, der Autor, der Tee sowieso. Nach viel zu viel vergangener Zeit ist es mir mehr als ein Bedürfnis wieder aktiv zu werden. Der Herbst ist ja zumindest meteorologisch heute eingekehrt und löst den deutschen Sommer ab der dieses Jahr etwas unterkühlt daher kam. Das heißt für die meisten Händler jetzt aber auch wieder, mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Arbeit. Für mich heißt es vor allem wieder, mehr teeGeschichten, mehr teeProben und ein erneutes eintauchen in eine Welt der Gerüche, der Farben, des Geschmacks und der speziellen Menschen die sich jeden Tag für diese Welt begeistern, einsetzen und in ihr leben. Eine Welt die ich viel zu lange nicht besucht habe.

Zuerst aber einmal die Frage klären, wieso ist er überhaupt so lange weg gewesen, dieser Schuft?

Niemand tut sich einen Gefallen wenn er stehen bleibt

Die einzige Antwort darauf lautet vielleicht: “Die Liebe zum Tee ist eine Liebe zum Genuß und zur Vielfalt. Eine solche Liebe ist leider nicht monogam. Sie ist vielschichtig. aufregend, einnehmend und zum Teil ruinierend. Ein Ruin und ein Segen für die Kreativität zugleich denn sie bietet immer zuviel von allem.”

Von einem Blog über Tee allein wird man nicht satt. Es muss mehr sein, es muss weiter über den Tellerrand gehen. In meinem Kopf war dieser Blog gedacht als plakative Siegessäule die sich dem Genuss widmet. Und ich habe versagt. Es war zu wenig. Es ist immer zu wenig. Wer ein paar Dinge über Tee weiß, der gelangt irgendwann an einen Punkt an dem er sich, bei allem Wissensdurst und aller Leidenschaft, eingestehen muss, dass er niemals alles entdecken wird. An diesem Punkt endete mein Blog.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben endete er natürlich auch aufgrund meiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, die ich nach drei Jahren ja nun irgendwie beenden musste. Glücklicherweise ist mir dies dann im Juni auch gelungen. Und dies gar nicht mal so schlecht mit einer 1 vor dem Komma. Aber genug der Selbstbeweihräucherung. Was mache ich jetzt mit diesem verdammten Blog?

Ich könnte ihn löschen. Das wäre doch mal konsequent. Ein letzter Artikel noch. “Die Kapitulation vor der Vielfalt”, griffiger Titel, vermutlich der Beste den dieser Blog je gesehen hat. Ein Artikel über das Streben nach Erfahrungen und die rein wirtschaftliche Realität die einen davon abhält. Ich habe einfach kein Geld für den Genuss, für die Erfahrungen, zumindest nicht in dem Ausmaß in dem ich es mir wünschen würde. Ich bin ein Musterbeispiel der u30 Generation wie sie in den Privatsendern gerne gezeigt wird. Verschuldet, arbeitssuchend, zuviel Geld in Zigaretten investierend. Eine Mischung die grandiose Autoren hervorgebracht hat, vielleicht der einzige Trost, aber leider ebenso perspektivlos. Die Abkehr vom Genuss, von Schweinemedallions in Salbei-Thymian Kruste mit Erdbeersalsa, von 15 Jahre altem Glenlivet French Oak Reserve, von Gyokuro, von handgerösteten afrikanischen Kaffeebohnen, von Karamalmousse mit kandierten Birnen und Minze… hin zu Penny Dosentomaten und Hackfleisch aus der Kühltruhe. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe Penny Dosentomaten und mache damit eine durch die Bank weg gelobte Pasta, aber es ist nicht dasselbe. Ja, so könnte es enden. Ich habe diesen Artikel im Kopf auch schon fertig. Am Ende steht ein Bild von mir, mit Einkaufswagen, unrasiert, in Schlabberklamotten mit dreckigen Schuhen. Glücklich halte ich den industriell gefertigten Scheibenkäse in die Höhe, ein Käse von dem sich niemand wirklich sicher ist ob irgendein Teil von ihm jemals aus einer Kuh kam, und unter dem Bild steht: “Die Grundzutaten für den Hawaii Toast. Scheibenkäse, Dosenananas und Toastbrot.”

Dieses Bild war grausam. Zu grausam. Und es hat mich im wahrsten Sinne des Wortes “reanimiert”. Es hat diesen Blog gerettet. Es hat irgendwie auch mich gerettet.

Ein Absatz Erkenntnis die jeder kennt

Worum geht es beim Genuss wirklich? Ist es das 5-Gänge Menü in einem teuren Berliner Szenerestaurant 18 Stockwerke über der Stadt mit Skylinepanorama? Ist es der handgepflückte Tee der den begeisterten Genießer sechzig, siebzig, oder hundert Euro für hundert Gramm kostet? Ist es vielleicht der in Eichenfässern gereifte Whiskey, das Kobe Beef, das Fruchtmousse aus griechischen Bergpfirsichen. Oder ist es der Kohlpudding meiner Mutter -gute 10 Portionen zum Preis von vielleicht gerade einmal 5 Euro? Die Antwort darauf ist vermutlich, alles. Nieren und Leber kosten mich heute ein Vermögen, waren aber früher einmal das Essen armer Leute. Was vor fünfzig Jahren für Unkraut gehalten wurde servieren heute Sterneköche.  Meine Mutter macht wirklich fantastischen Kohlpudding. Und ich mache, wie ich feststellen konnte, einen leidlich guten Hawaii-Toast. Noch nicht Michelin-Stern verdächtig, aber ausbaufähig. (Das Geheimnis -auf das ihr sicherlich auch ohne mich gekommen seid- ist im übrigen, dass man keinen industriell gefertigten Scheibenkäse benutzt sondern einen von den Nussigen die gleich nebendran liegen und auch nicht viel mehr kosten)

Vom wahren Genuß einen Blog zu schreiben

Genuß ist planbar. Wo der Tee eine Symphonie aus Geruch, Geschmack, Textur und Farbe ist, ist der Genuss an und für sich vermutlich eine Symphonie aus dem was man zubereitet, dem wie man es zubereitet und dem, mit wem man es teilt. Ist Genuss teuer? Verdammt nochmal ja, verdammt teuer. Aber glücklicherweise nicht immer, nicht in jedem Fall.

Die meisten die es bis hierhin geschafft haben zu lesen, werden wohl kaum neue Erkenntnisse gewonnen haben. Bestenfalls habt ihr einen kleinen Striptease gesehen, von mir. Aber geschrieben werden musste es, denn es begründet den Neustart dieses Blogs in eine Richtung die sich immer noch größtenteils, aber nicht mehr ausschließlich nur mit Tee beschäftigen wird. Es wird um Genuss gehen. Und vor allem darum wie man als 26 jähriger, verschuldeter, arbeitssuchender Zigaretten- und Genussjunkie einen Weg findet sich auszuleben. Ich habe die Hoffnung es wird konstant und kreativ. Und ich habe die Hoffnung ich kriege endlich diesen Artikel über die wunderbaren Herren von PureTea fertig der seit gefühlten 20 Jahren auf meinem Küchentisch liegt. An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an die beiden und meine aufrichtige Entschuldigung. Aber dazu in einem späteren Artikel.

Fürs erste wünsche ich euch allen einen guten Start in die Herbstsaison. Gute Tees, entspannende Momente und vielleicht ja auch noch ein bisschen goldenen Herbst der an Spätsommer erinnern könnte.

euer Jan-G. Jochim


teeMesse – Japan Festival 2011 Berlin – Teil 2

Wenn man auf einem Japan Festival zu Gast ist, bedeutet das nicht zwangsläufig das man auf Samurai, Sushi, Sake und Sencha trifft. Den Hauptteil der Zeit weicht man Cosplayern aus, oder staunt über das endlose Angebot an Spielzeugfiguren, Plüschtieren und modischen Gothic-Lolita Gimmicks. Zwischendurch sieht man buntes Gewimmel vor mehreren Spielekonsolen und überhaupt, offenbar ist das traditionelle Japan inzwischen abgeschafft. Das neue Nippon erscheint bunt, laut und von Europäern mit Perücken und überdimensionalen Gummischwertern bevölkert.


 

16:00 Uhr: Liebe Teefreunde wenn ihr das hier lest sagt meiner Familie das ich sie liebe, ich glaube ich schaffe es nicht mehr. Ich befinde mich irgendwo zwischen Erdgeschoss und 2. Etage und habe die Orientierung schon seit einer halben Stunden völlig verloren. Der Go-Workshop an dem ich eben vorbei kam war allerdings interessant. Ich glaube ich versuche es nochmal Richtung Osten, eigentlich wollte ich doch nur in die 3. Etage, ins Loft. Aber alle Wege dorthin führen ins Nichts.

16:05 Uhr: Die Herren im Origami-Workshop waren komisch. Als ich mich durch Zufall in den Raum von ihnen verirrte fixierten mich 3 Männer sofort mit ihren Blicken und der eine fing promt an zu schreien: “Noch einer zum mitspielen! Setzen! Mitspielen! Na los!” Aber meine Mutter hatte mich vor solchen Männern gewarnt und ich drehte um. Zumindest habe ich im 1. Stock Wasser und Nahrung gefunden. Die Sate-Spieße schmecken köstlich.

16:15 Uhr: Ich habe die Treppe gefunden die mich in den 3. Stock bringt. Unterwegs hänge ich gleich ein halbes Dutzend etwas übergewichtige Cosplayer ab die schnaufend auf der Treppe stehen. Ich muss mir dezent das Grinsen verkneifen und mag mich selbst nicht dafür so ein bisschen fies zu sein.

16:17 Uhr: SMS von Bert Boege (http://ziehzeit.blogspot.com/). Ich soll an Chasen schöne Grüße bestellen. Natürlich habe ich keine Ahnung was er meint. Aber ich kann eins und eins zusammen zählen und komme nur wenige Augenblicke später zum richtigen Ergebnis.

Nippon Festival 2011

Der 3.Stock der Urania entpuppt sich für mich als das kleine, schwer erreichbare Highlight des ganzen Festivals. Hier oben hat neben Chasen auch der japanische Tourismus und Technologie Bereich seine Zelte aufgeschlagen und es gibt neben traditioneller Kleidung und Töpferware auch Sake, Bonsai und natürlich Tee, von Chasen, einem Berliner Teeversandhandel.

16:21 Uhr: Grüße ausgerichtet und einen wunderbaren Sencha Bergtee in den Händen haltend genieße ich. Was Frau Bettina Wohlleben hier aufgebaut hat und was sie auch verkörpert ist wirklich ein Stückchen des Japan, welches ich im Kopf hatte als ich auf dem Festival ankam. Frau Wohlleben bietet in einem kleinen Teeausschank ein paar wunderbare Teesorten an. Der Sencha Bergtee hat es mir allerdings ohne Zweifel am meisten angetan. Wirklich so, so sollte ein Sencha schmecken. Ich habe ein Foto von dem Sencha gemacht, nur um den Moment festzuhalten. Das Foto wird dem Geschmack oder der Farbe dieses Tees natürlich nicht im geringsten gerecht.

Chasen

Was mir besonders gut gefällt. Frau Wohlleben nimmt sich Zeit für ihren Tee. Mit einer Seelenruhe die einfach höchst beneidenswert ist wenn sich am Stand ständig mindestens ein Dutzend Leute tummeln, gießt sie Wasser aus schönen Schalen auf den Tee und serviert ihn mit einem herzlichen, aber charmant zurückhaltenden Lächeln.

Neben mir trinken zwei junge Frauen Sake aus hübschen, kleinen Keramik-Pinnchen, nebenbei beäugen sie das Sortiment an hübschem Teezubehör das Chasen hier präsentiert. In einer Sitzecke im japanischen Stil entspannt sich ein junges Pärchen und schlürft ebenfalls eine Tasse Tee von Frau Wohlleben. Das erste Mal, seit über einer Stunde, kreischt es nirgends. Niemand rennt. Keiner schreit. Dabei ist es nicht leise, nein, das Gewirr von Stimmen summt weiter, aber, hier zwischen dem Teestand, dem Sakestand und dem Stand für Keramik aus der japanischen Provinz kommt man trotzdem zur Ruhe. Ich für meinen Teil bilde mir gerade sehr gerne ein, dass es am Tee liegt.

16:30 Uhr: Mein Besuch auf dem Japan Festival geht zu Ende. Ich kam wegen des Tees und diesen habe ich gefunden und genossen. Durch den Teeversand Chasen habe ich mich denn auch irgendwie mit dem Japan Festival versöhnen können, das ich über weite Strecken einfach als eine Cosplay Convention empfunden habe. Aber Midori und Chasen hatten bei diesem Festival gute Tees im Angebot und haben den Tee so charmant, freundlich und fachlich präsentiert das ich hier nur Lob aussprechen kann.

Ich würde mir mehr Gelegenheiten wünschen, für Teefreunde, Einsteiger, Profis und Interessierte, Tee zu erleben, zu probieren und zu genießen.

 

Die Fakten:

  • Spezialisiert auf -Japan- Tee und Teeartikel

 

Bis bald liebe Teefreunde.



teeMesse – Japan Festival 2011 Berlin – Teil 1

Zugegeben, das Prädikat “teeMesse” verdient das Japan Festival 2011 eigentlich nicht. Zwei kleine, aber feine TeeAnbieter boten ihr Sortiment dem interessierten Festivalbesucher an. Natürlich waren es Japan Tees. Ansonsten war das Japan Festival 2011 ein erfrischender, manchmal etwas verstörender Rückblick auf meine Jugend, die auch viel mit Anime, Mangas und “Cosplay” zutun hatte. Hier ein Bericht.

14:58 Uhr: Einlass an der Urania. Vor dem “Convention Center”, aka hässlicher, rot angelaufener 60er Jahre Legobau, tummeln sich die Gäste. An der Kasse hängt ein Schild: “Ab 15 Uhr Eintrittsermäßigung”. Ich bin dran.

14:59 Uhr: Könnte klappen denk ich mir, trete vor, 10 Euro, verdammt! Aber gut, drin ist drin und dafür ist die Garderobe umsonst. Hervorragend. Jetzt muss ich bei diesem ganzen Gewimmel nur noch die hoffentlich zahlreich vertretenen Teestände finden die…

An mir läuft eine Dame, Mitte 50, mit ihrer Tochter, Mitte 30 und deren Tochter, Mitte 10 vorbei. Alle tragen verschiedenfarbige Neonperücken und Kimonos. Mir schwant nichts gutes. Ich verliere den Faden und gebe erstmal meine Jacke, den Schal und die Mütze ab und wende mich gelassen den ersten Stä…

15:04 Uhr: Ich drehe um. Lächle der sowieso schon völlig entnervten Garderobiere nett zu und bitte sie mir doch kurz meine Jacke wiederzugeben damit ich meine Zigaretten, mein Portmonai und mein Handy an mich nehmen kann. Sie schnaubt, macht es aber. Neben mir fängt ein Mädchen in einem langen weißen Kleid mit jeder Menge Rüschen, Schleifen und Accessoires die verdächtig nach Lametta aussehen an zu schreien. Ein Junge mit einem Schwert das zweimal so groß ist wie er selbst rennt auf sie zu. Kurz vor ihr angekommen schmeißt er das Schwert weg, springt das Mädchen an und vergräbt seine Zähne offenbar in ihrem Hals. Anwesende Freunde lachen. Mädchen kichert. Junge schmatzt. Ich seufzte. Jugenderinnerungen… sie werden mit jedem Jahr mit dem man sich von ihnen entfernt irgendwie peinlicher.

15:10 Uhr: Ich mache mich auf, meinen ersten Teestand zu suchen. Ist ja schließlich ein Japan Festival, wer denkt da nicht zu aller erst an Gyokuro, Sencha, Genmaicha, okay, okay ich gebe zu vielleicht ist es nicht der sofortige erste Gedanke.  Jedenfalls sticht mir sofort ein kleiner Stand ins Auge. Ich sehe einen kleinen Aufsteller mit ein paar asiatisch anmutenden Teetüten. Um das kurz aufzuklären. Es gibt eine Art grundverschiedene Auffassung Tee zu verpacken zwischen Europäern und Asiaten. Irgendwann müssen sich Europäer gedacht haben, es wäre ganz hübsch kleine Beutelchen zum verpacken zu benutzten. Diese Beutelchen sind immer in hübschen Farben, haben auf der Vorderseite ein Etikett und werden oben mit einem “Ding” verschlossen. Dieses “Ding” heißt im übrigen “Teetüten-Clip” oder auch “Verschlussstreifen”. Sie sehen, dieser Blog hat auch noch einen Bildungsauftrag.

Die Asiaten jedenfalls sind irgendwie weiter als die Europäer. Sie benutzen luftdicht verschlossene Aromaschutztüten. Die sehen im Grunde genommen aus wie die Tüten die sie auch von Maggi und Knorr für ihre absolut gesunden, mit allen Vitaminen und Ballaststoffen angereicherten Pulversuppen bekommen. Der Vorteil dieser Teetüten liegt auf der Hand. Ja, der Aromaschutz, sie haben recht, großartig! Aber ich meine etwas anderes, ich denke an die Platzersparnis. Diese asiatischen Teetüten sind irgendwie immer besser zu verräumen als die europäischen. Aber ich schweife ab, wo war ich?

Ahja, Midori tee!

Aufsteller auf dem Japan Festival 2011 in Berlin

15:15 Uhr: Ich bin keine 10 Meter gelaufen da sehe ich tatsächlich Tee. Ein Stand, ein Aufsteller, ein paar Teesorten, Teezubehör, Teeverkäuferinnen und Verkäufer, Grüner Tee in weißen Pappbechern. Freude überkommt mich. Ich studiere erst einmal die ausgestellten Teesorten. Und ich wundere mich. Sencha, ist ja klar. Matcha, von Aiya, ach wie schön der Thomas wird sich freuen. Aber dann lese ich “Blend”, denke mir: “Hä?” und lese weiter “Genmaicha mit Matcha”. Verrückt! Noch nie gesehen. Wieso mixt man Grüntee mit Grüntee? Ich muss lächeln und versinke kurz in einem Tagtraum in dem ich zu einem 500 Gramm Steak ein 450 Gramm Steak als Garnitur für oben drauf bestelle. Egal, zurück zum Tee Jan. Ich frage den Verkäufer. Dieser sagt mir, es ist hauptsächlich für die Farbe. Der Genmaicha nimmt eine leuchtend grüne Tassenfarbe an wenn er mit Matcha gemischt wird. Macht Sinn! Und das Auge trinkt ja mit.

15:25 Uhr: Ein schöner Stand von Midori. Klein aber fein. Und die Teeauswahl ist es ebenso. Vieles eher im oberen Preissegment. Ich bestelle einen Grüntee. “Instant”, wie mir der Verkäufer erklärt als ich ihn nach der Sorte frage. Soll mir recht sein. Und der Tee schmeckt, instant oder nicht, sehr gut. Ich beginne einen kurzen Plausch, was nicht sehr einfach ist denn der Stand ist offenbar beliebt und ich werde munter mit meinem Tee in der Hand hin und her geschoben. Der Verkäufer fragt: “Trinken sie öfters Tee?”. Ich denke mir: “ÖFTERS? Ich trinke soviel Tee in einem Monat wie alle anwesenden Cosplayer auf dieser Messe zusammen in einem Jahr!”. Ich sage: “Ja, des öfteren.” und grinse. Außerdem frage ich noch ob ich ein paar Fotos vom Stand machen darf um sie auf meinem Blog zu veröffentlichen. Die dazugekommene Verkäuferin guckt ein bisschen skeptisch. Ich entscheide mich für eine kleine Taktik, verweise auf den Matcha von Aiya der bei Midori Tee im Programm ist und erwähne kurz das Herr Groemer von Aiya sich sicherlich freuen würde wenn er wüsste das Aiya Tee auf der Messe vertreten war. (An dieser Stelle also, danke Thomas ;-) ) Das Midori Team ist einverstanden und ich knipse ein paar Schnappschüsse mit meiner Handykamera.

15:35 Uhr: Es wird Zeit sich noch ein bisschen was anzusehen, ich bin ja bisher nicht einmal aus dem Eingangsbereich heraus gekommen. Vom Midori Team weiß ich, es gibt noch mindestens einen weiteren Stand mit Tee auf dem Festival. Ich habe keine Ahnung wie er heißt, aber er soll im 3. Stock sein. Midori jedenfalls war schon ein wunderbarer Einstieg. Ich kaufe mir bei Midori noch eine Grünteeschokolade und lasse ihnen die Adresse von meinem Block und den Namen der Teefreunde Gruppe auf Facebook da. Ein bisschen Werbung muss einfach sein. Als kleines Geschenk bekomme ich noch ein bisschen Grünteeschokolade auf die Hand. Herrlich! :-)

***

Es geht weiter im zweiten Teil des Festival Berichts, am Sonntag. Dann mit einem Berliner Teeunternehmen, einem himmlischen Sencha, hübschen Bonsai, mehr Cosplay Kurzgeschichten und natürlich mit noch mehr Tee!


Die Fakten:

Midori T. – Ein hübscher Internet Teeshop mit dem Augenmerk auf Japan Tees, darüber hinaus mit Teezubehör, einer Ecke für Naschkatzen und Kater, Lifestyle und Räucherwerk. Für Neulinge bietet Midori T. günstige Tee Probiersets an. Einfach mal reinschauen unter:

http://www.midoritee.de/


teeReview – Arya Diamond

Manchmal kommt man in den Genuß, eines ganz besonderen Tees. Das sind rare Momente, die Ausnahmen im Tee-Alltag. Mir schmeckt mein Alltags-Schwarztee hervorragend. Und auch mein Alltags-Grün- und Oolong Tee. Alltagstee heißt ja nicht zwangsläufig man hält sich die Nase zu, verzieht das Gesicht, schüttet das Zeug wie einen gammligen Tequila die Kehle runter und betet danach 3 Mal zum Ehrwürdigen Koffein, auf dass es seine Wirkung nicht verfehlen möge. Alltagstee ist…

Aber nein, genug davon, es geht hier ja gar nicht um den Alltagstee. Es geht um einen Festtagstee, wenn man mal in den ungefähren Begrifflichkeiten bleiben möchte. Es geht um Tee der Spitzenklasse. Sozusagen der Wochenend-Porsche unter den Tees und unter der Woche fährt der Papa einen Ford Focus.

Schon vor einiger Zeit kam ich in den Genuss einige Tees des Unternehmens “Arya” verkosten zu dürfen. Der Kontakt entstand, wie so oft in letzter Zeit, über die Sozialen Netzwerke. Arya ist ein Unternehmen das 1885 gegründet wurde, die Teegärten für diese exzellenten Darjeeling Tees voller Charakter und Lebensfreude liegen in 900 bis 1820 Metern Höhe. Arya produziert dabei jährlich sowohl Schwarz-, Grün-, Weiß-, wie auch Oolongtee. In Deutschland ist die Firma Arya bisher kaum vertreten.

Umso schöner finde ich, dass sich ein Teehändler unseres Vertrauens diesem “Problem” jetzt angenommen hat. Torsten Sukrow von TEA & TEA erkennt einen guten Tee wenn er ihm über den Weg läuft. Und da man bei TEA & TEA bekanntlich keine halben Sachen macht war es eben auch kein Alltagstee der in das Sortiment einzog, es war das Juwel der Arya Sammlung. Der Darjeeling Diamond.

Arya Diamond

Arya Diamond

Der Arya Diamond ist eine limitierte Teespezialität die mit einem Blatt und einer Knospe geerntet wird. Er fällt in die Kategorie der neuen “Juwelen-Range” Sorten, eine neue, besonders hochwertige Pflanzung.

Empfehlung:

Dieser Tee ist rund und für Liebhaber von feinstem Darjeeling ein Kauf den man nicht scheuen sollte. Die Blattstruktur mit den großen Blättern, die schokoladenbraune Farbe mit hellen, schimmernden Knospen, das ist Teekunst. Der Duft ist kräftig, floral, süßlich, mit einer leicht nussigen Note. Ein Tee der schon im Duft zum verweilen einläd und der die Uhren langsamer schlagen lässt. Der Aufguss ist golden und erinnert in der Farbe an dunklen Honig. Der Geschmack wiederum ist genau das was man im Duft schon erwarten konnte. Spritzig, fruchtig, aber hier kommen die nussigen Noten richtig zum tragen und erden den ansonsten eher verspielt, jung schmeckenden Tee auf angenehme Weise.

Arya Diamond

Die Fakten:

  • Verkäufer:         TEA & TEA (Teeversand)
  • Name:                   Arya ‘Diamond’ DJ-90 – Chunky Tips
  • Preis:                     100g à  28,40 Euro

Bestellen Sie diesen Tee unter:

http://www.tea-and-tea.de/schwarzer-tee/darjeeling_s/diamond_arya.php

Nähere Infos zu Arya Tea Estate unter:

http://www.monkdarjeelingtea.in/


TEA & TEA – inTEAnet Teeversand

Die Philosophie im inTEAnet

Der Teeladen um die Ecke ist nicht tot, beruhigen sie sich, es geht ihm gut. Ein Tee Online Shop ist nicht der Angriff auf ein alt bewährtes Konzept. Es ist nicht der Untergang von Kundenkontakt und Atmosphäre. Beides werden sie im Online Shop zwar nur bedingt finden, aber sie kaufen nicht in einem Online Shop weil es so atmosphärisch ist. Es ist praktisch, es ist schnell, es ist bequem. Ihr Teeladen bietet ihnen Erlebnisshopping zum sehen, riechen und anfassen. Ihr Teeversand bietet ihnen Tee und Teeprodukte, nicht weniger. Und doch – ansprechend gestaltete Websiten, wunderschöne Bilder von Tee und Produkten, lesenswerte, weil auch liebevoll durchdachte Produktbeschreibungen, auch das macht einen Internet Teeversand aus und führt dazu das ein intensives Erleben, vor allem aber eine große Vorfreude auf den Tee entsteht. Sie müssen entscheiden was sie gerade brauchen. Ein Erlebnis und einen Fachverkäufer, oder einfach nur guten Tee!

Der Mensch

In jedem kleinen Unternehmen spiegelt sich deutlich auch sein Inhaber wieder. Ein Kaffeetrinker mit einem Teegeschäft wäre demnach unschwer zu erkennen. Es geht um Enthusiasmus und Liebe zum Produkt. Es geht um Wissen und Erfahrung über und mit dem Produkt. Es geht um die Bereitschaft einem Produkt sein (Arbeits-)Leben zu widmen, mit immer währender Neugier und einem unerschöpflichen Interesse.

Führt man all dies zusammen so erhält man einen Unternehmer der nicht nur von seinem Produkt überzeugt ist, sondern ihnen auch kein minderwertiges Produkt verkaufen könnte. Erstens, weil er keine minderwertige Ware auf Lager hätte und zweitens, weil es ihn verrückt machen würde sein Produkt, seine Liebe und seinen Enthusiasmus zu verraten. Suchen sie Unternehmer eines solchen Schlages und sie werden nie wieder schlechten Tee trinken. Und wenn sie schon dabei sind, fangen sie ruhigen Gewissens bei Herrn Sukrow und TEA & TEA an.

Der Teeversand

TEA & TEA richtet sich bewusst nicht an die Fans von Aromatees und Geschmacksbomben. Der Shop bietet bis auf zwei Ausnahmen nur hochwertige, pure Teesorten an. Das sind -um im Thema zu bleiben- filigrane, geschmacklich komplexe Geschmackspräsente. Inhaber Torsten Sukrow wählt die Tees selber aus und beweist damit auch seine jahrelange Erfahrung mit dem Thema Tee. Mit “hochwertig” ist in diesem Zusammenhang übrigens folgendes gemeint.

  • im verschweißten Aromaschutzbeutel verpackt
  • eine klare, ungebrochene Blattstruktur die sie in vielen Teeläden in diesem Lande noch nicht gesehen haben (versprochen!)
  • eine Qualität die hohen Ansprüchen ohne weiteres gerecht wird.

Herr Sukrow legt wert auf Qualität. Aber welcher Unternehmer der sein Produkt liebt tut das nicht. Bei TEA & TEA schlägt sich diese Qualitätsliebe aber auch in nachvollziehbaren Konsequenzen nieder. Sie finden bei TEA & TEA nicht die 300 Sorten Teeauswahl. Dafür finden sie ein überschaubares, persönlich ausgewähltes Sortiment mit einer ansprechend Mischung aus hochwertigen Alltagstees und wahren Schätzen der Teekunst.

Darüber hinaus finden sie bei TEA & TEA auch viele Produkte rund um das Thema Tee. Zubehör, Geschenksets, Genussmittel für Naschkatzen- und kater, sowie Tee Musik. Und auch ein Blick in den TEA & TEA Blog kann keinem Kunden schaden. Hier findet man wissenswertes und interessantes rund um das Thema Tee. An dieser Stelle seien die Matcha-Ingwer Plätzchen erwähnt. Ich möchte gar nicht viel dazu sagen, jedes unnötige Wort wäre schon zuviel, ich belasse es bei einem: “Lecker!”

Ein paar abschließende Worte?

Ich bin ganz ehrlich, ich mochte keine Tee Shops im Internet. Und sicherlich ist nicht jeder Tee Online Shop ein guter Shop. Aber, es gibt sie. Und TEA & TEA hat mich mit seinem Tee überzeugt. Und noch eine Erkenntnis bleibt. Ihr Teeladen kann sie mit einem wunderschönen Ambiente beeindrucken, einem hervorragenden Service mit freundlichen Fachverkäufern, oder mit einem gemütlichen Teeausschank.

Der Tee Shop im Internet hat nur ein Aushängeschild, seinen Tee! Das ist ein Vor- und ein Nachteil. TEA & TEA hat es jedenfalls verstanden und besticht mit seinem Produkt, nicht mehr. Teekenner werden es zu schätzen wissen.

Die Fakten

TEA & TEA: www.tea-and-tea.de

TEA & TEA Blog: http://tea-and-tea.de/blog/

Inhaber: Torsten Sukrow

Angebot: schwarzer Tee, grüner Tee, weißer Tee, Oolong, TeeZubehör


teeSchnack aus der teeKüche

Tee ist das beste Getränk der Welt!

Selbstgespräche über das Thema Tee, geführt in meiner wunderbaren teeKüche, beim Abwaschen, Kochen, oder beim Rauchen am Küchenfenster. Hier findet ihr nur eine ganz persönliche Meinung, manchmal vollkommen ernst gemeint, manchmal mit einem Hauch Ironie und einer Prise Sarkasmus gewürzt, zum Teil auch einfach roh.

Die Überschrift ist ein Fakt über den wir gar nicht erst streiten müssen, es ist einfach so, nehmen sie es als gegeben hin. Kein Getränk der Welt gibt es in so vielen Geschmacksrichtungen. Kein Getränk hat so viele positive Eigenschaften auf den Körper. Kein Getränk im Bereich der Genussmittel ist so alt und gleichzeitig so modern wie Tee. Kein Getränk wird kunstvoller getrunken und zelebriert. Und kein Getränk hat seit Jahrtausenden soviel kreative Leidenschaft geweckt.

Tee ist ein Getränk für den täglichen Bedarf, wie Wasser oder Säfte. Tee ist ein Getränk für Workaholics, kein natürliches Getränk hat mehr Koffein. Tee ist ein Getränk für Genießer, in dem sie Entspannung und Anregung gleichermaßen finden können. Tee ist preisgünstig, denn er ist ergiebig und lässt sich häufig mehrmals aufgießen. Tee ist wunderschön, lässt man ihn in einer Glaskanne frei schweben. Tee ist, lassen sie mich das auf den Punkt bringen:

“Tee ist eine Philosophie von Genuß, eine Symphonie von Geschmack, Geruch, Textur, Farbe und Form, ein Ruhepol und eine Quelle der Kreativität und Inspiration.”

SIE! Ja, sie da – hinten links, vierzehnte Reihe! Sie haben mit den Augen gerollt und GEGÄHNT!

Sie fragen sich wohl was das ganze Geschwafel hier soll?

Sie haben vollkommen recht!

Schnell mal ein Tee... kein Problem!

Tee ist, egal wie oft und egal wer es ihnen aufs glaubwürdigste vermitteln möchte – keine Philosophie, keine Symphonie und schon gar keine Religion. Das ist Schnick-Schnack für Leute die gerne aus Genuss eine Wissenschaft, oder eine elitäre Veranstaltung machen. Die selben Leuten schwören darauf, dass der Tee nur dann schmeckt wenn man die Wassertemperatur mit einem Thermometer kontrolliert hat. Es sind im übrigen auch genau die Leute die zu dieser Jahreszeit auf Weihnachtsmärkten, an Glühweinständen stehen und ihren gequält schauenden Freunden erklären das an den Glühweintassen, mangels hygienischer Vorsorge, noch nach dem spülen zahlreiche Bakterien fremder Weihnachtsmarktbesucher kleben. Das ist die Art von Menschen die ihr Gegenüber mittels eines Händedrucks analysiert und für die Genuss in jeder Form irgendwelchen Regeln folgen muss, weil es sonst zu einfach wäre – und somit auch kein Genuss sein kann.

Vergessen wir diese Menschen einmal kurz. Vergessen sie am besten alles was sie über Tee zu wissen glauben. Es gibt wirklich, das versichere ich ihnen als Teegenießer, keine | einzige Wahrheit in dieser ganzen Teesache. Es gibt keine Goldenen Zehn Gebote des Teetrinkers. Es gibt kein “Tee trinken für Dummies!”. Das alles ist Schnick-Schnack und wer ihnen etwas davon erzählen möchte ist ein Schnacker. Zu einem Tee gibt es meist eine Zubereitungsempfehlung, das ist ihr roter Faden, ihr Tourguide zum Geschmack wie ihn sich der Hersteller für sein produkt vorstellt. Wenn sie eher der Typ sind der keine Pauschalreisen bucht dann vergessen sie auch die Zubereitungsempfehlung. Teemenge, Ziehzeit, Wassertemperatur. Machen sie was draus!

Natürlich gibt es auch für Tee einige Empfehlungen die sie, Pauschaltourist oder Abenteurer besser einhalten sollten, zumindest sollten sie es überdenken. Zum Beispiel die Lagerung vom Tee, der irgendwo dunkel und trocken, abgeschottet von Gerüchen, Flüssigkeiten und anderen störenden Einflüssen lagern sollte. Bitte nicht einfach ins Küchenregal stellen, Tüte offen lassen und sich nach einem Tag wundern warum ihre wunderbare Ostfriesenmischung plötzlich diesen starken Zwiebelcharakter entwickelt. Tee ist für Gerüche so empfänglich wie ein Mann für ein gutes Bier, eine Frau für Schuhe und wie ich für dumme Klischeevergleiche.

Lassen sie uns doch mal ein Fazit formulieren.

Tee in einer Kanne, einer Tasse oder in einem Beutel mit heißem Wasser aufgießen, ein bisschen warten. Fertig. Wenn sie es für besondere Anlässe oder aus Neugier gerne etwas komplizierter hätten schauen sie sich mal bei den diversen Teezeremonien um und machen sie sich schlau. Ansonsten war es das aber. Tee und heißes Wasser, dann eine Ziehzeit irgendwo zwischen einer halben Minute und fünf Minuten. Bei Früchte, Kräuter und Roiibuschtees darf es auch gerne etwas mehr sein. Das ist das große Geheimnis vom Tee. Alles was sie darüber hinaus hören und erfahren sind Empfehlungen, die sie einhalten, oder auf sie pfeifen können.

Ist Tee denn jetzt eigentlich wirklich das beste Getränk der Welt?

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Aber was ich ihnen über meine ganz persönliche Erfahrung sagen kann ist folgendes.

Die Beziehung zu Tee ist, so merkwürdig das klingt, der Beziehung zu einem Menschen in einigen Punkten nicht unähnlich. Sie lernen ihn kennen und wenn sie ihn mögen suchen sie mehr Kontakt, sie möchten mehr über ihn erfahren, sie sind interessiert. Wenn sie ihn nicht mögen, löschen sie seine Nummer und treffen ihn vielleicht nur noch peinlich berührt irgendwo auf der Straße, wobei sie beide so tun als hätten sie sich nie zuvor gesehen. Tee ist immer wieder spannend, neu und erzählt auf seine Weise Geschichten, erzeugt Bilder im Kopf und tröstet, oder erheitert einen.  Das alles natürlich nur, wenn sie seine Gesellschaft genießen. Wenn nicht, sind sie kein schlechter Mensch. Nur eben kein großer Freund des Tees. Und man muss ja auch nicht mit jedem befreundet sein.

Eine besinnliche Adventszeit wünsche ich ihnen allen.

Herzliche Grüße aus der teeKüche.




teeEvent – Advents Audienz

Das Unternehmen TeeGschwendner hat eine Botschafterin für den guten Geschmack. Nun ist TeeGschwendner nicht irgend ein Tee Unternehmen, es ist eines der erfolgreichsten Unternehmen in Sachen Tee in ganz Deutschland und ist mit seinen Fachgeschäften inzwischen auch in den USA oder den Vereinigten Arabischen Emiraten zu finden. Da versteht es sich von selbst, dass die Botschafterin nicht irgendjemand sein kann. Man hätte ein bekanntes Gesicht aus Fernsehen und Kino nehmen können, oder einen weltbekannten Sportler, aber TeeGschwendner wählte naheliegender und hochklassiger. Man bat die Queen. Und die Queen sagte: “Yes!”

Die Facebook Gruppe der “TeaQueen” begann wie jede andere Facebook Gruppe auch bei null. Das ist jetzt fast ein Jahr her und inzwischen hat die Gruppe 1,122 – in Worten: “eintausendeinhundertzweiundzwanzig” Fans. Von jung bis alt, von liberal bis kronloyal, vom passionierten Teetrinker bis zum TeaTaster, jeder ist dabei. In regelmäßigen Abständen spricht die Queen aus ihren royalen Gemächern zu ihren Untertanen und erzählt wissenswertes über Tee. Sie erklärt Sorten und Anbaugebiete, die chemische Zusammensetzung von Koffein im Tee oder gibt eine Geschichtsstunde zum Thema EarlGrey. Nach fast einem Jahr hat sie jetzt schon Kultstatus erreicht und die Zahl ihrer Untertanen wächst und wächst weiter.

“Ihre Hoheit, die Tea Queen!”


Ende November 2010 war es nun endlich soweit. Die TeaQueen wagte den Schritt und lud gut fünfundzwanzig treue Untertanen zu einer Advents Audienz in die Dom Stadt Köln ein. Mit dabei natürlich auch ihre dumme Ursel, die treue Seele im Hintergrund der Royal Society. Das Event war bis ins kleinste Detail durchgeplant. Die Tea Queen stellte ihre königlichen Räumlichkeiten zur Verfügung, während ihr Hoflieferant TeeGschwendner für das leibliche Wohl der Gäste sorgte, in Form von vielen winterlich, weihnachtlichen Teesorten, die keine Wünsche übrig ließen. Bei Tee und Gebäck ließ man den royalen Flair in adventlicher Stimmung auf sich wirken.

Als die Audienz endlich begann waren alle Gäste entspannt und in seeliger Teelaune. Die Tea Queen war geradezu erpicht darauf mehr von jedem ihrer angereisten Untertanen zu erfahren und freute sich über ausführliche Berichte der Anreise. Da man sich als Royal keine falsche Zurückhaltung leisten muss, durfte sich die angereiste Frankfurterin auch schon ein bittersüßes und mit viel freundlichem Enthusiasmus gespiektes: “Oh Frankfurt… i HATE Frankfurt!”  anhören.

Mit viel Charme und Witz führte die Tea Queen, mit rührend bemühter Unterstützung ihrer dummen Ursel durch ein buntes Programm. Und ein weiterer Höhepunkt der Audienz ließ nicht lange auf sich warten denn wo eine Queen ist, kann ein King nicht weit entfernt sein. Extra zum Anlass reiste deswegen der König der TeaTaster des Unternehmens TeeGschwendner höchst persönlich an. Herr Thomas Holz erfreute das Publikum mit einer exklusiven Teeverkostung und viel wissenswertem rund um das Thema Tee. Und auch er hatte dabei das ein oder andere Mal mit dem entwaffnenden Charme der Tea Queen zu kämpfen, überlebte aber letztendlich, wenn auch etwas angeschlagen, die königlichen Späße. Aber auch er konnte mit Sätzen wie: “Reden wir eigentlich noch über Tee?”, ein paar Treffer landen und so entwickelte sich der Dialog zwischen Queen und TeaTaster zu einem amüsanten Ping-Pong Spiel der charmanten Schmetterbälle, zum Teil nur knapp oberhalb der Gürtellinie. Die Zuschauer jedenfalls waren begeistert und beeindruckt von soviel Kompetenz und Humor auf der Bühne und lachten Tränen.

In den Pausen dann gab es immer wieder Gelegenheit für einen kleinen Teeschnack. Mit Herrn Holz und seinem fleißigen und ebenso gut gelaunten Mitarbeiter Team das die durstigen Untertanen stetig mit neuem, frisch aufgebrühtem Tee versorgte. Herr Holz nahm sich, ebenfalls sichtlich in guter Stimmung, viel Zeit für das persönliche Gespräch mit jedermann.  Aber auch untereinander saß man gemütlich beisammen und tauschte sich von Teeliebhaber zu Teeliebhaber über das aufregende Wochenende aus. Die Atmosphäre war entspannt und gemütlich, genau so wie man sich einen perfekten 1. Advent vorstellen kann.

Natürlich war auch die Presse zahlreich vertreten. Im Audienzsaal wimmelte es vor Fernsehkameras und Fotoapparaten. Eigens für den Internetauftritt der Tea Queen wurde selbstverständlich neues Material direkt vor Ort produziert. Und so würde ich nun vermutlich zuviel verraten, wenn ich eine noch genauere Beschreibung der weiteren Tagespunkte der Audienz preisgeben würde. Dies habe ich definitiv nicht vor und deswegen bleibt mir nicht mehr viel weiteres zu sagen außer:

Die Facebook Gruppe der Tea Queen findet ihr unter: http://www.facebook.com/dieteaqueen

Die Internetadresse ihres Hoflieferanten ist: http://www.teegschwendner.de

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen bedanken die dieses wunderbare Event möglich gemacht haben und mit ihrer tatkräftigen Unterstützung und viel Leidenschaft für die Themen Tee und Comedy, uns den Gästen dieser Veranstaltung, einen so herrlichen 1. Advent beschert haben. Ich denke alle anwesenden Untertanen hoffen schon jetzt, das diese Audienz eine gewisse Tradition entwickeln könnte.

Mit den besten Grüßen aus Berlin,

ihr Jan-G. Jochim | atai TEA.blog

Fotos: Dirk Vollberg - inqueery.de

teeLocation – ChajaTea (2go)

Guter Tee, überall. Im Geiste unserer Zeit – schnell, günstig und natürlich “2go”, zum mitnehmen. Dem teeTraditionalisten stellen sich die Nackenhaare auf bei dieser Vorstellung. Die junge, trend-orientierte und trend-sensibilisierte Generation nickt, kennt es, liebt es und nennt es “Starbucks”. Der ChaiLatte ist schließlich auch irgendwie Tee und ein Dauerbrenner der Coffee2Go Kette. Auch das “CHAJA” in Berlin verkauft ChaiTea und auch das CHAJA muss sich den Vergleich mit der Starbucks Coffee Kette gefallen lassen. Warum es trotzdem anders ist und warum ein Besuch sich lohnt, lest ihr hier!

Am CHAJA in Berlin scheiden sich offensichtlich ein paar Geister. “Schlechter Service!”, habe ich es aus einigen Internetbeiträgen entnommen. “Der Tee schmeckt nicht!”, munkelte man weiter. “Völlig überfüllt und die Mitarbeiter überfordert.”, sagte man noch. Ich hatte also meine Befürchtungen, als ich den Laden besuchte und nahm mir 2 Wochen und 5 Testtage Zeit um etwas objektives über den Laden sagen zu können.

Das CHAJA, 5 Gehminuten vom Hackeschen Markt entfernt setzt wie frühzeitig zu erkennen ist auf ein bewährtes Konzept das bei Starbucks genial war, bei World of Coffee noch funktioniert und bei jeder Imbissbude mit mehr als 1m² Verkaufsraum zumindest noch für regelmäßige Einnahmen sorgt. Getränke 2go. Im Falle CHAJA handelt es sich dabei aber nicht um Kaffee, Cappuccino, Frappuccino, oder andere eiscremeartig aufgezuckerte Kaffeeersatzvarianten – für Leute denen die braune Brühe zwar noch nie geschmeckt hat, die aber zumindest “im Trend” bleiben wollen – im CHAJA geht es um Tee, in Form und Artenvielfalt, zum mitnehmen, oder zum genießen vor Ort.

Das CHAJA richtet sich dabei nicht an altgediegene Teekenner und Menschen die Ruhe oder Meditation suchen. Es richtet sich viel eher an Menschen mit Laptop, Aktentasche, Netbook oder Moleskin Büchlein. An die Generation die ihre Büros gerne in Cafes einrichten, oder eben auf dem Weg zum Büro noch schnell etwas zum mitnehmen bestellen. CHAJA fischt hier im Teich von Starbucks, aber der Köder ist ein neuer. Gesundheitsbewusst, Körper und Geist etwas Gutes tun, den Kreislauf anregen, nicht aufregen. Kurz gesagt, Grüntee statt Kaffee, BubbleTea und Chai statt White Chocolate Moccha und Java Chocolate Chip.

Das dieses Konzept mit Tee genauso gut funktioniert wie mit Kaffee, wage ich bisher zu bezweifeln. Dass das CHAJA in Berlin einen ersten mutigen und anzuerkennenden Schritt in eine bessere Zukunft für den Tee gemacht hat, ist aber unbestritten und dem Besitzer Jobst Eversmann hoch anzurechnen.

Interieur

Im CHAJA dominieren Grün- und Goldtöne, die sich mit den hellen, warmen Brauntönen von Boden, Tresen und Tischen zu einem insgesamt stimmigen Ganzen arrangieren. Man schafft eine gemütliche Atmosphäre, die aber nicht unbedingt dazu auffordert lange zu verweilen. Klare Linien und Strukturen, wenig an dem das Auge hängen bleibt oder das zum beobachten einläd. Als Nichtraucher-Location riecht es im CHAJA natürlich verständlicherweise vor allem nach Tee. Und das ist verständlicherweise natürlich famos. Dieses Gesamtbild wird untermalt von mal loungiger – mal chartorientierter – oder jazziger Musik (hin und wieder auch zu laut). Das ganze Lokal ist mit einer Wi-Fi Verbindung gesegnet, das Passwort ist beim Service zu erfragen, die Internetverbindung ist schnell und stabil. Ein Segen für jeden Workaholic.

Essen & Getränke

Getränke? Tee natürlich! Und das in jeder Form und Farbe. Das CHAJA gibt sich hier als seriöser Allrounder. Im Klartext heißt das: “Alles, aber nichts so richtig außergewöhnlich!” Von Schwarz-, zu Grüntee. Von Kräuter- zu Früchtetee. Von Rooibuschtee zu “Specials”, wie Bubble-, Ice- und Cocktailteas. Für den experimentierfreudigen Tee Einsteiger tut sich ein Schlaraffenland auf. Für den Teekenner gibt es gute Mittelklasse Tees zu vernünftigen Preisen die sorgsam per Teatimer vor seinen Augen hergestellt werden. Also allemal besser als in 80% aller Berliner Hotelleriebetriebe. Empfehlenswert ist sicherlich der Matcha, der bei CHAJA in drei Varianten daher kommt, wobei in jeder der selbe, qualitativ sehr gute Matcha verarbeitet wird. Die Firma “Aiya” hat hier im CHAJA den Matcha fest in ihrer Hand. Als Matcha pure, Matcha shot (wie ein Espresso) oder Matcha Latte kann dieser Grüntee genossen werden. Ideal für den gestressten Großstädter, der Koffein zum überleben braucht, den Kaffee aber zum schnelleren ableben verleitet.

Im Bereich Speisen bietet das CHAJA viele Snacks und Leckereien die sich selbstverständlich mit Tee hervorragend ergänzen lassen. Scones, Konfitüre und Cream zu einem schönen Schwarztee. Sauerteigbrot mit hausgemachten Aufstrichen. Diverse Salate, Joghurt und Müsli. Die fette, reichliche Hauptmahlzeit mit deftiger Fleischeinlage sucht man hier vergebens. Statt dessen setzt das CHAJA Akzente durch geschmackvolle, frische und gesunde Produkte. Wer es dann aber doch mal etwas Krachen lassen will nimmt vielleicht eine der frisch zubereiteten und wechselnden Tagessuppen und belohnt sich danach noch mit einem, oder mehreren Stücken der zahlreichen Kuchen und Tartes, die das CHAJA bereit hält.

Service

Gerade am Vormittag / Mittag ist das CHAJA in der Woche ein sehr ruhiger Ort. Ein paar Touristen, mal eine handvoll Stammgäste, hier und dort etwas Laufkundschaft. Das Personal ist kaum gefordert und vielleicht gerade deswegen besonders aufmerksam, freundlich und umsichtig. Der Service am Platz klappt ohne Probleme, was aber auch nicht verwunderlich ist bei häufig kaum mehr als zehn Gästen. Die Tees werden mit Sorgfalt gemacht und das schmeckt man. Hier kann ich auch eine kleine Anekdote mit einknüpfen. Mein erster Besuch im CHAJA war an einem Freitag. Ich trank zwei Tees und verließ den Laden wieder. Am nächsten Montag war ich wieder da, bestellte meinen ersten Tee und die Frau am Tresen erkannte mich wieder und fragte, ob ich denn eine Bonuskarte hätte, oder haben wollen würde. Ich sagte nein, ich hätte keine und ja, ich würde gerne eine haben. Sie stempelte mir zuerst meinen eben bestellten Tee auf der Karte ab, lächelte dann und stempelte mir die zwei Tees vom vorigen Freitag auch noch ab. Denke ich darüber nach, komme ich immer wieder zum selben Ergebnis. Ich hoffe ich bin einfach ein unglaublich attraktiver Blogger und Teetrinker und sie erinnert sich nicht nur deswegen so gut an mein Gesicht, weil sie kaum weitere Kunden hatte in den Tagen zuvor.

Das Fazit:

Tea2go funktioniert noch nicht wirklich gut. Ich persönlich liebe es und ich würde mir wünschen das es in nächster Zeit noch vielen Menschen so geht. Unterm Strich bleibt aber ein großes Fragezeichen, ob die Zeit schon reif ist für ein CHAJA. Trotz allem, solange es da ist, sollten wir es genießen. Und ihr solltet es testen! Die Location, die Tees und Getränke, der Service, das alles ist einen Besuch wert. Leider sind die Öffnungszeiten (von 11-19 Uhr Mo.-So.) nichts für den Frühaufsteher und auch nichts für den “Spät aus dem Büro”-Kommer. Ich persönlich möchte trotzdem daran glauben das Tea2Go funktioniert. Ich will ein CHAJA in jeder Stadt und zwar mindestens drei Mal! Damit ich mich in ein paar Jahren darüber beschweren kann das diese kapitalistischen Teetrend-Ketten überall aus dem Boden schießen und ich keinen Blumentopf mehr gewinne mit der Aussage “Ich nehme einen Matcha Latte, danke!”, weil Matcha Latte inzwischen kalter Kaffee ist und die wirklich trendige Teegeneration schon längst beim Green teeSensation TQ Oolong Shake angekommen ist. Oh ja, ich habe einen Traum!

Die Fakten:

  • CHAJA 1st Tea to Go – Oranienburger Str. 27 - 10117 Berlin-Mitte
  • Öffnungszeiten: Montag – Sonntag von 11:00 bis 19:00 Uhr
  • TEAs: grün, schwarz, weiß, Oolong, aromatisiert oder pur, mit Milch oder Gewürzen, Kräuter-, Bubble, Ice-, oder Früchtetee. Alles!
  • FOODs: frisch, leicht, gesunder Snackcharakter.
  • RATING: Ich gebe 7 von 10 Möglichen Teetassen. Ein Starbucks für Tee ist nicht das was sich alle Teetrinker gewünscht haben, aber das was Tee populärer machen könnte. Außerdem stimmt das Konzept, denn der Tee schmeckt und wieso habe ich eigentlich keinen Tea2Go Laden direkt vor meiner Haustür?
  • Tipps: Matcha vom Hersteller “Aiya”, im CHAJA Standard. “Minzprinz”, Früchtetee mit Minze und sämtliche Bubbletea Varianten!

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